Wozu Gott

50 Jahre Theologisches Forum Lüneburg

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Auswärtige Referenten staunen oft darüber, dass es möglich ist, alle Jahre wieder mit einer theologischen Vortragsreihe ein großes Publikum zu erreichen. Ein vergleichbares Projekt wird man so leicht nicht ein zweites Mal finden.

Das erste Forum lief 1965 noch unter dem Namen Theologische Woche (vermutlich in Anlehnung an gleichnamige Veranstaltungen der Bekennenden Kirche in den 30er Jahren). Dazu hatte die Evangelisch-refomierte Kirchengemeinde in die Pädagogische Hochschule eingeladen. Namhafte reformierte Professoren aus dem In- und Ausland kamen zu Wort. Aber schon die dritte Vortragsreihe war gemeinsam mit Katholiken und Lutheranern ökumenisch verantwortet, und seit 1972 war dann auch die Volkshochschule im Boot. So ist es geblieben bis heute. Der Titel der Reihe wurde noch zweimal verändert, aber 1978 hatte sie ihren Namen endgültig gefunden. Und seit 1979 auch ihren Ort: das damals frisch renovierte Glockenhaus.

Der Ort war Programm: Man wollte nicht nur kirchlich gebundene Menschen ansprechen, sondern suchte in kritischer Zeitgenossenschaft den Dialog mit der Gesellschaft. Entsprechend offen war das Spektrum der Themen angelegt. Es ging nicht nur um klassisch-theologische Fragen, sondern auch aktuelle Probleme in Kirche und Gesellschaft, um die Begegnung der Religonen, um ethische Herausforderungen wie Kernenergie, Frieden, Gerechtigkeit, Toleranz. Aber auch Literatur, Musik, Kunst und Geschichte standen immer wieder auf der Tagesordnung. Bei der Themenwahl ist es oft erstaunlich gut gelungen, den Puls der Zeit aufzuspüren. Neben einem breiten Stammpublikum wurden immer wieder viele Interessierte angesprochen. Unvergessen sind einzelne Highlights wie der Vortrag von Prof. Eugen Drewermann in der überfüllten Johanniskirche oder die Reihe mit dem provozierenden (biblischen) Titel: „Das Weib schweige in der Gemeinde“, die für starken Andrang und heftige Diskussionen sorgte.
Hans-Wilfried Haase

Programm 2015

Montag, 09.03.2015
Leidenschaft für das Schöne
Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing, Universität Würzburg Theologe und Schriftsteller
Kulturbäckerei Lüneburg
Beginn: 20.00 Uhr, Eintritt: 7.00 EUR

Dienstag, 10.03.2015
Leidenschaft für Liebe
Prof. Dr. Wilhelm Schmid Philosoph und Buchautor, Berlin
Palais am Werder
Beginn: 20.00 Uhr, Eintritt: 7.00 EUR

Der Beitrag von Prof. Dr. Wilhelm Schmid zum hören:

 

Montag, 16.03.2015
Leidenschaft für Theologie Ein Festabend mit Kulinaria 
Hauptpastor Dr. Johann Hinrich Claussen, Hamburg
Pastor Dr. Matthias Schlicht, Buxtehude
Hans Malte Witte, Lüneburg – Saxophon
Glockenhaus Lüneburg
Beginn: 20.00 Uhr , Eintritt: 15.00 EUR inkl. Buffet

Der Abend zum hören:

 

Dienstag, 17.03.2015
Leidenschaft für Gerechtigkeit
Prof. Dr. Jürgen Ebach, Bochum Theologe und Schriftsteller
Museum Lüneburg
Beginn: 20.00 Uhr, Eintritt: 7.00 EUR

Der Beitrag von Prof. Dr. Jürgen Ebach zum hören:

 

Karten erhalten Sie ab sofort in der VHS REGION Lüneburg, Haagestr. 4, Lüneburg.

theo 2015 webDownload Infobroschüre 2015 und Anfahrtsbeschreibungen

 

 

Die Gäste 2015:

Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing ist evangelischer Theologe und bekannter Romanautor. Er hat seit 1995 eine Professur am Lehrstuhl für Systematische Theologie und Gegenwartsfragen an der Universität Würzburg inne. Zudem ist Huizing Chefredakteur des OPUS Kulturmagazins und Mitglied des PEN. Bekannt wurde Huizing mit seinen Bestellern „Der Buchtrinker“ und mit seinem Kant-Roman „Das Ding an sich“, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. An den Schnittstellen von Theologie und Literatur hat Klaas Huizing den Ansatz einer „Ästhetischen Theologie“ entwickelt. Die traditionellen Aussagen des christlichen Glaubens werden darin, im Hinblick auf die Gefährdungen der Massen- und der Mediengesellschaft, neu interpretiert. Mit seinen aktuellen Veröffentlichungen ist Huizing auf der Leipziger Buchmesse vertreten.

Prof. Dr. Wilhelm Schmid ist deutscher Philosoph mit einem Schwerpunkt im Bereich Lebenskunstphilosophie und bekannter Buchautor. 1953 geboren, studierte er ab 1980 Philosophie und Geschichte an der Freien Universität Berlin und setzte dies an der Pariser Sorbonne und der Universität Tübingen fort. Gegenstand seiner Dissertation war der französische Philosoph Michel Foucault. Nach verschiedenen Lehrtätigkeiten unter anderem an der Universität Jena, der Technischen Universität Berlin und der Universität Leipzig, habilitierte er 1997 zum Thema „Grundlegungen zu einer Philosophie der Lebenskunst“. Schmid hat eine außerplanmäßige Professur in Erfurt inne. Zuletzt erschien 2014 im Insel-Verlag in der zweiten Auflage „Vom Glück der Freundschaft“.

Hauptpastor Dr. Johann Hinrich Claussen studierte Evangelische Theologie an der Universität Tübingen und setzte dieses in Hamburg und London fort. Seine Dissertation reichte er 1996 zum Thema „Die Jesus-Deutung von Ernst Troeltsch im Kontext der Liberalen Theologie“ an der Universität Hamburg ein. Seine Habilitationsschrift verfasste er im Bereich Systematische Theologie an der Universität Hamburg unter dem Titel „Glück und Gegenglück: philosophische und theologische Variationen über einem alltäglichen Begriff“, wo er auch als Privatdozent tätig ist. 2007 übernahm er die Nachfolge von Ferdinand Ahuis und ist neben seiner Funktion als Propst für die Propstei Alster-West im Kirchenkreis Hamburg-Ost der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland als Hauptpastor an St. Nicolai in Hamburg tätig.

Pastor und Kirchenkabarettist Dr. Matthias Schlicht ist in Lüneburg und Norddeutschland bestens bekannt. Vorerst in Bardowick lange als Pastor tätig, ist er seit Februar 2011 Pastor in St. Paulus in Buxtehude. In seinen Kabarett-Programmen schafft er immer wieder überraschende und tiefsinnige Blickwinkel auf das Geschehen rund um Kirche, Glauben und den menschlichen Alltagsdschungel. Am 24.03.2015 ist er mit einem Programm in der Eisfabrik in Hannover zu erleben.

Prof. Dr. Jürgen Ebach war von 1996 bis Februar 2010 Inhaber des Lehrstuhls für Exegese und Theologie des Alten Testaments und biblische Hermeneutik an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Zuvor hatte er die Professur für Biblische Exegese und Theologie an der Universität Paderborn inne. Seine Forschung- und Lehrschwerpunkte waren unter anderem: Buch Genesis, biblische Ethik und Sozialethik, Buch Hiob, biblische Rezeptionsgeschichte, Hermeneutik und jüdische Auslegungsgeschichte. Ebach ist Mitherausgeber der Buchreihe “Jabboq”, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentags und gehört zum Herausgeberkreis der „Bibel in gerechter Sprache“, wo er auch als Übersetzter arbeitet.

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